Stricken als Soulfood – manchmal sind es genau diese kleinen ruhigen Momente, die uns durch stressige Tage tragen.

Denn es gibt Tage, da fühlt sich der Alltag an wie ein endlos ablaufendes Programm.
Aufstehen.
Kinder.
Haushalt.
Arbeit.
Kinder.
Haushalt.
Kochen.
Kinder ins Bett bringen.
Noch schnell arbeiten.
Erschöpft ins Bett fallen.
Und irgendwann funktioniert man nur noch.
Wie ein Computer, der einfach Aufgaben abarbeitet, ohne wirklich anzuhalten.
Genau so sah mein Alltag lange aus.
Der Fokus lag auf unseren Kindern, auf Crenali, auf allem, was erledigt werden musste. Mein Mann und ich? Wir standen dabei oft ganz hinten auf der Liste. Und je stressiger das Leben wurde, desto weniger Raum blieb für Dinge, die eigentlich guttun würden.
Das Verrückte daran:
Gerade in solchen Phasen fühlte sich selbst der Gedanke an Me-Time falsch an.
„Du kannst doch jetzt nicht einfach stricken.“
„Erst musst du noch…“
„Dafür ist jetzt keine Zeit.“
Vielleicht kennst du diese Gedanken auch.
Wenn Me-Time plötzlich wie etwas Verbotenes wirkt
Irgendwann vergisst man fast, wie es sich anfühlt, bewusst Pause zu machen.
Nicht nur körperlich — sondern mental.

Man sitzt zwar irgendwann abends auf dem Sofa, aber der Kopf arbeitet weiter:
- Was muss morgen erledigt werden?
- Welche Bestellung fehlt noch?
- Was brauchen die Kinder?
- Welche To-dos warten noch?
- Habe ich irgendetwas vergessen?
Bei mir laufen gefühlt ständig eine Million Gedanken gleichzeitig.
Und genau deshalb wurde Stricken als Soulfood irgendwann zu viel mehr als nur einem Hobby.
Es wurde zu einem kleinen Gegenpol zum Alltag.
Die Wahrheit ist: Die Garne stricken sich nicht von selbst
Eigentlich begann alles ziemlich pragmatisch.
Wir brauchten Anschauungsstücke für unsere Garne.
Denn so schön handgefärbte Wolle auch ist — sie strickt sich leider nicht von allein.

Also nahm ich die Nadeln wieder häufiger in die Hand.
Nicht als bewusste Selfcare-Routine.
Nicht mit dem Gedanken: „Jetzt tue ich mir etwas Gutes.“
Sondern einfach, weil die Projekte entstehen mussten.
Und trotzdem passierte unterwegs etwas.
Nach einigen Reihen merkte ich plötzlich, dass mein Kopf ruhiger wurde.
Nicht sofort. Gerade an stressigen Tagen fällt das Abschalten unglaublich schwer. Dann sitzt man zunächst da und denkt während des Strickens trotzdem noch an tausend Dinge gleichzeitig.
Aber irgendwann passiert etwas.
Reihe für Reihe.
Runde für Runde.
Die Gedanken werden leiser.
Die Schultern entspannen sich.
Und man kommt langsam wieder bei sich selbst an.
15 Minuten Stricken als Soulfood können manchmal genug sein
Ich glaube, viele Menschen stellen sich Me-Time immer riesig vor.
Ein freier Nachmittag.
Ein Wellness-Tag.
Stundenlange Ruhe.
Aber ganz ehrlich?
Wie realistisch ist das im Alltag oft wirklich?
Vor allem mit Kindern, Arbeit, Haushalt und einem eigenen Business?
Deshalb habe ich irgendwann aufgehört, auf den perfekten Zeitpunkt zu warten.
Heute reichen manchmal schon 15 Minuten.
Keine festen Uhrzeiten.
Kein perfekter Ablauf.
Mal morgens um fünf, bevor der Alltag beginnt.
Mal zwischen Färbetopf und Kochtopf.
Mal kurz zwischendurch.
Mal abends, wenn endlich Ruhe eingekehrt ist.
Und genau das macht diese kleinen Momente so wertvoll:
Sie müssen nicht perfekt sein, um gutzutun.
Genau deshalb funktioniert Stricken als Soulfood für mich auch im stressigen Alltag — weil es keine perfekten Bedingungen braucht.
Vielleicht ist Stricken als Soulfood gar kein Luxus
Ich glaube, gerade kreative Menschen kennen dieses schlechte Gewissen besonders gut.
Immer erst leisten.
Erst alles erledigen.
Erst funktionieren.
Und irgendwann bleibt nichts mehr für einen selbst übrig.
Dabei sollte eine kleine Pause eigentlich kein Luxus sein.

Denn Stricken bedeutet für viele von uns nicht einfach nur „Produktivität“. Es geht nicht nur darum, ein fertiges Kleidungsstück in den Händen zu halten.
Es geht um Ruhe.
Um Rhythmus.
Um dieses fast meditative Gefühl, wenn die Hände beschäftigt sind und der Kopf endlich langsamer werden darf.
Viele vergleichen Stricken inzwischen sogar mit Achtsamkeitsübungen — und ehrlich gesagt kann ich das sehr gut nachvollziehen.
Dass Stricken beruhigend wirken kann, ist übrigens längst nicht mehr nur ein Gefühl vieler Handarbeitsliebhaberinnen – auch Gesundheitsportale wie die AOK berichten inzwischen über die entspannende Wirkung rhythmischer Handarbeiten.
Denn während die Hände arbeiten, entsteht oft genau das, was im Alltag so selten geworden ist:
Ein stiller Moment.
Warum hochwertige Garne Stricken als Soulfood noch besonderer machen
Seit ich 2013 wieder intensiv stricke, hat sich mein Blick auf Garne unglaublich verändert.
Und ja — leider greife ich inzwischen immer häufiger zu den Edelgarnen. (Mein Wollregal und mein Geldbeutel könnten vermutlich Geschichten erzählen.)
Aber wenn man viele Stunden oder sogar Wochen mit einem Projekt verbringt, möchte man auch, dass es sich besonders anfühlt.

Ich liebe Garne, die weich durch die Finger gleiten.
Die angenehm auf der Haut sind.
Die Ruhe ausstrahlen.
Gerade pflanzengefärbte Garne haben dabei für mich etwas ganz Eigenes.
Ihre Farben wirken nie laut oder künstlich.
Sie harmonieren miteinander, wirken lebendig und gleichzeitig ruhig — fast so, als hätte die Natur selbst bereits entschieden, welche Töne zusammengehören.
Und genau das passt für mich perfekt zu diesem bewussteren Stricken.
Mein absoluter Favorit ist dabei übrigens unsere Sibaya — eine Mischung aus 50 % Yak und 50 % Seide. (Du findest Sibaya hier im Shop.)
Unglaublich weich.
Leicht.
Warm.
Und genau so ein Garn, bei dem man schon beim Verstricken merkt, dass es nicht nur um das fertige Projekt geht, sondern auch um den Weg dorthin.
Weniger Chaos bedeutet manchmal mehr Raum zum Atmen
Was uns zusätzlich geholfen hat:
Wir versuchen seit einiger Zeit bewusst, minimalistischer zu leben.
Nicht perfekt.
Nicht geschniegelt.
Nicht im „Pinterest-Minimalismus“.
Aber bewusster.

Denn wenn man nicht ständig tausend Dinge aufräumen, sortieren oder organisieren muss, entsteht plötzlich etwas sehr Wertvolles:
Raum.
Nicht nur im Zuhause — sondern auch im Kopf.
Und vielleicht ist genau das der Grund, warum diese kleinen Strickmomente inzwischen viel besser funktionieren als früher.
Vielleicht brauchen wir nicht mehr Zeit – sondern bewusstere Momente
Ich glaube nicht, dass wir plötzlich alle riesige Freiräume im Alltag schaffen können.

Aber vielleicht dürfen wir anfangen, kleine Momente wieder wichtiger zu nehmen.
15 Minuten.
Ein paar Reihen.
Ein ruhiger Kaffee am Morgen.
Ein bisschen Wolle zwischen den Fingern.
Nicht, weil alles erledigt ist.
Sondern gerade weil das Leben manchmal laut ist.
Und vielleicht ist genau das die größte Erkenntnis:
Stricken ist nicht einfach nur ein Hobby.
Für viele von uns ist es ein kleines Stück Seele auftanken mitten im Alltag.
Vielleicht bedeutet Stricken als Soulfood genau das: kleine ruhige Momente mitten im echten Leben.
Wie ist das bei dir?
Ist Stricken für dich auch ein Ort geworden, an dem du abschalten kannst?
Oder fällt es dir schwer, dir bewusst Zeit dafür zu nehmen?
Erzähl es uns gerne in den Kommentaren oder teile deine kleinen Strickrituale mit uns 💛

