FaserGeflüster No. 3 – Pima Baumwolle

Lange habe ich nichts mehr über Fasern verraten – shame on me! Aber du weisst ja sicher, wie das so ist mit Job(s), Familie, Haushalt, … 😅

Heute geht es mal nicht um „Wolle“, denn heute widmen wir uns einer wundervollen Pflanzenfaser. Kennst du denn schon Pima Baumwolle? Nein? Na dann wird es Zeit, dass ich sie dir mal etwas genauer vorstelle. 🤗

Auf dieser Reise geht es dieses Mal nach Peru, denn dort wird am häufigsten Pima Baumwolle angebaut. Genauso wie bei Kaffee, Wein, edlen Stoffen und ähnlichem, ist die Qualität der Pima Baumwolle ausschlaggebend. Wenn alle Bedingungen stimmen, dann erhält man die feinste Baumwolle, die man sich vorstellen kann. Sie wird daher auch die Seide Perus genannt. Ihre Faserlänge, die Weichheit und der schimmernde Glanz sowie ihre ausserordentliche Strapazierfähigkeit machen sie zu etwas ganz Besonderem.

Eckdaten für dich zusammengefasst:

  • In den Küstengegenden Perus finden sich die optimalen Anbau- und Wachstumsbedingungen für diese Baumwollart
  • Mit ihrer Faserlänge von bis zu 35mm ist die Pima Baumwolle besonders weich und dennoch robust – Verfilzungen treten hierbei äusserst selten auf
  • Die Fasern sind strahlend weiß, lassen sich hervorragend färben und sind frei von kratzigen Verunreinigungen
  • Verglichen mit anderen Baumwollsorten ist sie deutlich weicher und absorbierender
  • Die Ernte erfolgt umweltschonend per Hand
  • Das perfekte Garn für Allergiker oder Menschen mit sensibler Haut

Wieso ausgerechnet Peru?

Diese wundervolle Pflanze ist nicht ganz einfach im Anbau, denn sie fordert ziemlich viel. Umso erstaunlicher, dass ausgerechnet in Peru die perfekten Wachstumsbedingungen herrschen. Wandert man an den Küstentälern im Norden Perus kann man üppige Baumwollplantagen finden. Dort saugen die reichen Böden genau die richtige Menge Feuchtigkeit bei fast perfekten Äquatortemperaturen auf. Dass diese Voraussetzungen genau die richtigen sind, kann man sowohl sehen, als auch fühlen.

Wie wird Pima Baumwolle geerntet?

Schauen wir Reportagen über Baumwollernte, dann sieht man in der Regel Maschinen, die durch die Felder ziehen. Dieses Bild findet sich bei der Pima Baumwolle hingegen nicht.

Die Ernte erfolgt vollständig per Hand, was nicht nur umweltschonender, sondern auch faserschonender ist.

Bei der industriellen Ernte mit Erntemaschinen wird die Faser zerstört, wodurch ein gelblicher Farbton entsteht und kratzende Unreinheiten gebildet werden, wodurch die Glattheit der Baumwolle verloren geht. Vergleicht man dazu die Pima Baumwolle, die von Hand geerntet wurde, ist das Ergebnis eine herrlich glänzende Weißschattierung, die sich wunderbar färben lässt und wunderbar weich und glatt auf der Haut anfühlt.

Was ist das größte Qualitätsmerkmal der Pima Baumwolle?

Du erinnerst dich sicher daran, dass bei herkömmlicher Wolle immer von der Faserlänge gesprochen wird und dass ein Garn hochwertiger ist, sobald die Fasern länger sind. Selbiges gilt hier wie bei allen anderen Fasern auch: Je länger und glatter die Faser, desto weicher der Griff.

Verglichen zur herkömmlichen Baumwolle mit einer Faserlänge zwischen 13 und 19mm sticht die Pima Baumwolle mit ihrer außergewöhnlichen Faserlänge von 35 mm deutlich hervor.

Die peruanische Pimabaumwolle ist dadurch seidig und weich, besonders robust und resistent gegen Verfilzungen.

Und Allergiker werden sich freuen, dass sie hypoallergen ist, wodurch sie eine exzellente Wahl für Menschen mit sensibler Haut ist.

Hier findest du Pima Baumwolle in unserem Shop:

ich freue mich schon auf unser nächstes FaserGeflüster – wir informieren dich sowohl auf Instagram als auch facebook über neue Beiträge – gerne kannst du uns aber auch einfach direkt hier folgen 🤓

Bis zum nächsten Mal,

deine Dorothea

Neues Strickdesign: Kinderjacke Sandpiper – nahtlos von oben gestrickt

Im Sommer eine Strickjacke? Echt jetzt? Aber klar doch! Gerade an lauen Abenden oder direkt am Morgen ist die Gefahr für eine Erkältung meist am Größten. Und um diese fernzuhalten gibt es jetzt was auf die Nadeln!

Eine selbst gestrickte Kinderjacke – für welche Größen?

Ich freue mich, dir hier mitteilen zu können, dass der Sandpiper für nahezu jedes Kind geeignet ist. Angefangen bei den Windelrockern mit Größe 74/80 (entspricht etwa 6-12 Monaten) geht es bis zu den Schulkids mit Größe 134/140. 💪🏼

Das bedeutet, man kann (natürlich nur auf Wunsch der Kinder, das versteht sich von selbst 😉) die Kinder im Partnerlook bestricken. Aber es gibt auch keine Tränen, wenn man aus der geliebten Jacke heraus gewachsen ist – Mama oder Oma muss nur wieder die Nadeln klappern lassen (ich spreche hier aus Erfahrung, meine beiden Jungs mit 3,5 und fast 7 Jahren lieben beide die Jacken heiss und innig – und das seit nunmehr 2 Jahren!).

Für wen ist das Strickdesign der Strickjacke – Mädchen oder Jungs?

Das entscheidest ganz alleine du! Deine Garnwahl beeinflusst ganz essentiell das Ergebnis. Meine Teststrickerinnen haben verschiedenste Versionen gezaubert. Unifarben, Melange und sogar gestreift waren mit dabei. Mädchenfarben, gedeckte Farben und bunt. Jeder Sandpiper ist damit dein ganz eigenes Unikat. ❤️

Welches Garn und welche Nadelstärke brauche ich?

Gestrickt wird die Jacke mit einem DK Garn, das heisst die Lauflänge sollte bei etwa 200m liegen.

Bei der Nadelstärke lege ich dir sehr ans Herz eine Maschenprobe zu machen (die ist natürlich in der Anleitung aufgeführt) – zwischen mir und einer der Teststrickerinnen liegen ganze anderthalb Stärken – und das bei gleicher Maschenprobe 😉

Aus welchem Material soll ich den Sandpiper stricken?

Da ich den Sandpiper als Sommer- oder Übergangsjacke entworfen habe, empfehle ich dir beispielsweise Baumwolle oder Leinen. Das Design basiert auf unserer Copima 200 – eine wundervoll glänzende Pima Baumwolle und der Pulinea – einem reinen Leinengarn.

Beide findest du auch hier im Shop:

Ist die Anleitung anfängertauglich oder nur für Strickprofis?

Eine ausführliche Schritt für Schritt Anleitung begleitet dich quasi von Masche zu Masche. Du solltest lediglich Kenntnisse in den grundlegenden Stricktechniken wie rechte und linke Maschen, Umschläge, Anschlagen und Abketten haben, dann steht deinem Strickvergnügen nichts mehr im Weg 🤗

Und solltest du doch einmal Fragen haben, dann scheue dich nicht Kontakt aufzunehmen – schau am Besten auch mal in unserer Facebook-Gruppe vorbei. Dort sind auch die Teststrickerinnen (ich nenne sie ja gerne liebevoll Teststrick-Bienchen) vertreten, die bei Fragen sicherlich gerne beratend an deiner Seite sind. 🐝

Welche Farbe soll ich verwenden?

Ich persönlich liebe ja die Naturtöne, daher habe ich den Sandpiper einmal in Sand und einmal in grün gestrickt.

Schau dir das Kind an, das bestrickt werden soll: Ist es eher sanft, wie sich zart kräuselnde Wellen? Dann würde ich dir ein zartes Blau empfehlen. Klettert es auf jeden Baum und du bekommst es fast gar nicht zu sehen? Nimm grün (oder, wenn du es in der Baumkrone finden willst ein Rot 😉). Kleine Prinzessinnen freuen sich garantiert auch über eine rosa Variante. Eine Farbe, die du das ganze Jahr nutzen kannst ist Braun oder sandfarben in allen Nuancen. Im Frühjahr und Sommer erinnert es mich an lange Spaziergänge am Strand, im Winter erinnert es mich an unsere Schaffelle vor dem Kaminofen.
Ich bin schon jetzt gespannt, in welchen Farben der Sandpiper demnächst gestrickt wird – über Fotos in der Facebook-Gruppe und auf Ravelry freue ich mich immer sehr. ❤️

Wo kann ich die Anleitung kaufen?

Die Anleitung gibt es ab dem 20. Juli 2020 um 9.00 Uhr bei uns im Shop oder auf Ravelry.

Das dauert dir zu lange? Dann zögere nicht und komme in unsere Facebook-Gruppe (den Link hatte ich dir oben bereits geschrieben) – denn dort gibt es am Freitag exklusiv für Gruppenmitglieder den Vorab-Verkauf der Anleitung 24 Stunden lang. Los geht´s am 17. Juli 2020 um 20.00 Uhr.

Und das Beste: Die passenden Garne gibt es auch gleich dort zu entdecken und zu shoppen. Also worauf wartest du noch, klick dich zu uns durch – meine Community freut sich auf dich! 🤗

DyerSecret No. 2 – die Enthüllung

Na, hast du gestern deinen Tipp abgegeben, um was es sich hier handeln könnte❓

Ich bin mir ganz sicher, dass du diese Färbedroge kennst – vielleicht in einem anderen Zustand zu einer anderen Verwendung. Auf jeden Fall duftet sie (auch beim Färben) ganz toll ✨

Okay, ich gebe zu, dass ich meinen Mann mit dem Geruch aus dem Haus jagen kann, aber bei mir und auch vielen anderen weckt das Kindheits- bzw. Jugenderinnerungen 🤗

Hier also die Auflösung:

Und? Hast du es gewusst? Richtig – es ist Rotes Sandelholz! Sicherlich besser bekannt als Duftöl oder Räucherstäbchen 😉

Schauen wir uns das Rote Sandelholz also unter botanischen Aspekten etwas genauer an:

Lateinischer Name: Pterocarpus santalinus
Vorkommen: Indien und evtl. China (nicht gesichert)
Früchte: hellbraune, kleine, flache und geflügelte bohnenförmige Hülsenfrüchte
Blütezeit: März bis Mai
Wuchshöhe: 10-15 Meter
Alter: unbekannt
Charakteristik der Rinde: bräunlich-schwarz, tief gefurcht und schuppig
Holzeigenschaften: hart
Standort: überall möglich, sehr robust
Blätter: eiförmige, paarige Blätterform

Und wie ist das jetzt beim Färben?!?

Zum Färben benutze ich die klein geschnittenen Rindenspähne, die einer ordentlichen Vorbereitung bedürfen. Wichtig ist hier vor allen Dingen auch, dass ich die Spähne gut von der zu färbenden Faser trenne – sonst kannst du dir sicher vorstellen, was passiert. Richtig: die ganzen kleinen Spähne hängen in der Wolle und man kriegt sie nur sehr mühsam wieder raus 😅

Der Farbton, der erzeugt werden kann liegt im Bereich Apricot – natürlich ist auch hier wieder alles abhängig von der Beize und der Nachbehandlung.

Alles in allem liebe ich diese Färbung, nicht zuletzt wegen ihrem Duft ❤️

Und nun heisst es: Freue dich auf den 18. Juni, da geht das Rätselraten wieder in die nächste Runde 🤗

DyerSecret No. 2

Auf geht´s in die zweite Runde, bist du bereit❓

Letzte Woche habe ich dir die Blätter der Birke gezeigt – schauen wir uns also mal an, was ich dir diese Woche mitgebracht habe 🔍

So viel sei schon mal verraten: Dieses Mal sind es keine Blätter, aber was ist es denn dann und hast du vielleicht auch eine Idee, welche Farbe man damit färben kann❓

Rinde? Wurzeln? Früchte?

Ich bin auf deine Tipps gespannt und wie immer gilt: Morgen gibt es dann die Auflösung ✨

FaserGeflüster No. 2 – Shetland Schafe

Es ist wieder so weit, das neue Fasergeflüster steht vor der Tür 🤗

Unsere Themenreihe #FaserGeflüster wird heute um eine neue Faser bzw. um ein neues Tier ergänzt – wobei neu eigentlich ein bisschen falsch ist, denn die Faser ist alles andere als neu, sondern eher altbekannt – aber lies selbst 😉

Heute begeben wir uns nach Europa, genauer auf britische Inseln ganz im Norden Großbritanniens: Die Shetland Inseln.

Diese Inseln sind das Zuhause sowie die Namensgeber der heutigen Schafrasse – den Shetland Schafen.

Wusstest du, dass es mehr als 100 Inseln sind, die sich auf dem selben Breitengrad tummeln wie Alaska? Ausserdem werden nur ca. 15 Inseln von Menschen bewohnt und auf einigen der restlichen leben sich Shetland Schafe und Ponies.

Die Umgebung ist rau – nichts desto trotz können die Shetland Schafe dort wunderbar leben, denn sie haben sich dort über einen seeeeehr langen Zeitraum angepasst. So etwa 1.000 Jahre. Krass, oder?

Bewundernswert ist ausserdem die Farbvielfalt, die es unter den Shetland Schafen gibt – es gibt sage und schreibe 11 definierte Farben!

Von klassischem weiß oder schwarz findest du verschiedene Grau-, Braun- und Beigevariationen.

Allerdings sind einige Farben inzwischen durchaus bedroht – zum Glück haben sich einige Züchter dessen angenommen und versuchen die Farben weiterhin in ihrer Zucht zu erhalten und so die Vielfalt am Leben zu halten.

Nun zur Faser an sich – es gibt verschiedene Stimmen: Die einen finden, dass Shetland Fleece die feinsten Fasern der britischen Inseln sind. Die anderen finden es sogar zu deftig, um daraus überhaupt Kleidung herzustellen.

Zu welcher Fraktion gehörst du?

Wenn man es ganz genau nimmt, ist Shetland Wolle eine Wolle für jeden Geschmack, denn sie kann eigentlich alles bieten, was man braucht.

Man muss nur wissen, wonach man sucht und kann danach dann das Fleece auswählen.

Die seidig wirkenden Fasern filzen zum Beispiel sehr schnell, die matten und etwas robuster wirkenden hingegen nicht so sehr.

Wie bei den meisten handgesponnenen und handgearbeitetn Wollprodukten ist es eine sehr schlechte Idee, einen Shetland-Pullover in die Waschmaschine oder den Trockner zu legen, es sei denn, man möchte sehr robuste gefilzte und geschrumpfte Kleidung haben.

Und nun kommen wir zu den Zahlen, Daten und Fakten:

Fasermenge & Charakteristik:

Der Ertrag pro Scherung liegt durchschnittlich bei 0,9-1,8kg, was einer Ausbeute von ca. 65-80% entspricht.

Die ca. 5-11,5cm langen Fasern liegen mit ihrem Faserdurchmesser bei etwa 20-30 Micron. Es gibt jedoch auch Züchter, die längere Fasern mit bis zu 25cm züchten, genauso wie es Züchter gibt, die eine Feinheit von 10-20 Micorn favorisieren. (Hierfür nutzt man lediglich die Nackenhaare der feinsten Fleece). Im Gegensatz dazu gibt es aber auch Fleece mit 30-60 Micron.

Generell jedoch kann man sagen, dass die durchschnittlichen Micronzahlen bei 23 Micron liegen, wodurch sich heraus kristallisiert, dass sie tatsächlich eher bei den feineren Fasern angesiedelt sind.

Wenn man sich die Fasern mal etwas genauer ansieht, dann fällt auf, dass sie an der Basis breiter und nach vorne hin spitz zulaufend sind.
Die feineren Fasern sind schön gekräuselt, die längeren und gröberen Fasern hingegen sind fast gerade oder wellig.

Um die Farbe der Fasern richtig bestimmen zu können, muss das Fleece erstmal gewaschen werden, denn das Wollfett beeinflusst die Farbe unwahrscheinlich und sobald es richtig herausgewaschen wurde, kann man die echte Farbe bestimmen.

Du erinnerst dich vielleicht, dass ich oben im Beitrag bereits auf die 11 typischen Farben eingegangen bin.

Zum Färben werden üblicherweise die weißen Fasern genutzt, die anderen Färbungen werden dann eher in der Originalfarbe bevorzugt.

Ich persönlich muss ja gestehen, dass ich alle 11 Farben am liebsten „roh“ verspinne, denn das Farbenspiel ist von Natur aus schon wundervoll ❤️

Falls du dir gerne die Shetland Wolle mal genauer ansehen möchtest, dann schau einfach im Shop vorbei, dort haben wir verschiedene Farben einzeln oder auch als Set – das alles findest du hier:

ich freue mich schon auf unser nächstes FaserGeflüster – wir informieren dich sowohl auf Instagram als auch facebook über neue Beiträge – gerne kannst du uns aber auch einfach direkt hier folgen 🤓

Bis zum nächsten Mal,

deine Dorothea

DyerSecret No. 1 – Die Enthüllung

Na – hast du so eine Ahnung, was ich da gestern gezeigt habe? Ich gebe zu, in zerkleinertem Zustand ist es manchmal gar nicht so leicht zu erkennen, gerade bei Blättern. 🌿

Schauen wir uns mal das Enthüllungsbild an, ich schätze, spätestens dann wird der Groschen fallen 🙃

Jetzt ist es klar, oder? Richtig! Es ist die Birke, genauer gesagt die Birkenblätter.

Schauen wir uns also die Birke unter botanischem Aspekt mal etwas genauer an:

Lateinischer Name: Betula
Vorkommen: Europa, Asien und Nordamerika
Früchte: kleine braun-gelbe Nussfrüchte (geflügelt)
Blütezeit: März bis Mai
Wuchshöhe: 20-30 Meter
Alter: bis zu 50 Jahre
Charakteristik der Rinde: weiß, rissig
Holzeigenschaften: hart
Standort: überall möglich
Blätter: leicht dreieckige Blätterform

Und wie ist das jetzt beim Färben?!?

Gute Frage! Ich möchte gern ein wenig darauf eingehen 🤗

Zum Färben können bei der Birke sowohl die Rinde oder (wie hier auf dem Bild zu sehen) die Blätter verwendet werden.

Der Farbton, den man erzielt hängt ganz entscheidend von der Beize oder der Nachbehandlung ab. Prinzipiell ist aber zu sagen, dass die Blätter ein schönes, strahlendes gelb färben. 💛
Und weisst du was? Mit Birkenblättern wurde sogar schon in der Jungsteinzeit gefärbt, wahnsinn, oder❓

Du kannst dich übrigens jetzt schon freuen, denn am 04. Juni 2020 gibt es das nächste Rätsel – bleib dran!

DyerSecret No. 1

Auf allen möglichen Kanälen zeigen wir Färber euch unsere bunt gemachte Wolle – von unifarben über semisolid bishin zu kunterbunt oder mit Speckles findet da jeder etwas, das ihm gefällt.

Oft wird von geheimen Färbeprozessen gesprochen, gerade unter uns Pflanzenfärbern gibt es einige, die niemals verraten würden, mit was sie färben.

Kennt ihr noch von früher diesen vermummten Zauberer, der die Tricks der Magier enthüllt und Einblicke in die Materie gegeben hat? Den fand ich unwahrscheinlich spannend, die Magier allerdings waren eher kein Fan von ihm.

Was mache ich nun also? Ich finde die Pflanzenfärberei so unwahrscheinlich spannend, dass ich die Geheimnisse einfach nicht für mich behalten kann 🙃

Es ist also ab heute so weit: Alle 14 Tage gibt es ein kleines Rätsel für euch, das euch das Färben mit Pflanzen etwas näher bringen wird. 🤗

Ich freue mich entsprechend auf rege Beteiligung in den Kommentaren – jeder Tipp ist willkommen und ich bin jetzt schon gespannt, ob ihr die jeweiligen Färbedrogen erkennt (die nennt man tatsächlich so 😉)!

Los geht es heute also mit dem DyerSecret No. 1 (das du auf Instagram übrigens auch unter genau diesem Hashtag finden kannst, abonniere es am Besten, damit du keine Enthüllung verpasst!).

Viele Pflanzen verwende ich nicht frisch (geht auch gerade im Winter meistens gar nicht), sondern in getrockneter Form. Und damit es nicht zu einfach ist, ist es hier auch noch in kleine Stücke zerbröselt worden 😇

Und nun ist es an dir: Schreibe mir in den Kommentaren, welche Pflanze du auf dem Bild zu erkennen glaubst – ich bin gespannt 🧐

Die Auflösung gibt es dann übrigens morgen. Es lohnt sich also definitiv dem Hashtag #DyerSecret auf Instagram zu folgen und auch hier regelmäßig rein zu gucken 🤓

FaserGeflüster No. 1 – Yak

Die einen nennen es Faserkunde, die anderen Fiber facts. Bei Crenali heisst es FaserGeflüster 💪🏼

Du fragst dich jetzt vielleicht, was da so geflüstert wird – ich will es dir gerne erklären.

Wir finden es zum Einen wichtig, dir hochwertige Garne und Spinnfasern anbieten zu können. Zum Anderen ist es aber auch immer schön, wenn man ausser dem fertigen Produkt Informationen mit an die Hand bekommt und diese wollen wir dir nach und nach in unserer Themenreihe #FaserGeflüster geben (und pssssst: Es wird noch eine weitere Themenreihe geben, die dich ganz bestimmt interessieren wird!) 🤗

Heute freue ich mich, dich auf eine Reise zu sehr imposanten Tieren mitnehmen zu können, die ausserdem eine meine Lieblingsfasern spenden.

Wir befinden uns im Himalaya Gebirge – und richtig – heute geht es um das Yak!

Das Yak ist für die Bevölkerung in dieser herausfordernden Gegend ein absoluter Allrounder: Das Unterfell wird zu Garn versponnen, die langen Außenhaare werden in Seilen und Teppichen verwendet. Ausserdem werden daraus Perücken für Theater hergestellt (autsch, das stelle ich mir kratzig vor!).

Yaks sehen Kühen ja durchaus ähnlich, wen wundert es also, dass die Yak-Milch auch ihre Verwendung findet.

In erster Linie wird die Yakmilch natürlich, wie bei uns die Kuhmilch, als Getränk verwendet. Ausserdem wird sie fermentiert, um Alkohol herzustellen.

Yakfleisch ist ähnlich wie unser hiesiges Rindfleisch – allerdings schmeckt es süßlich und ist deutlich fettarmer als Rindfleisch.

Die Tiere sind aber nicht nur Woll- und Nahrungslieferanten sondern auch starke Arbeitstiere: Egal ob als Pflug- oder Reittier, so ein Yak macht alles mit!

Wusstest du, dass Yak Rennen in Teilen von Tibet, der Mongolei und Teilen Pakistans eine traditionelle Sportart sind? Tatsächlich können die Tiere bis zu 16km/h schnell rennen – wahnsinn, oder?

Ein männliches Yak ist über 3m lang und hat ein Stockmaß von 2m (Schulterhöhe). Es bringt ein Gewicht von mehr als einer Tonne auf die Waage!

Der Faserdurchmesser des Unterfells kann im Optimalfall 14-16 Mikron betragen, sofern die Yaks für exquisite Garne, die sich durch Feinheit und Weichheit hervorheben, gezüchtet wurden.
Andernfalls liegt es bei durchaus akzeptablen 18-22 Mikron.

Das feinste Yak Garn ist mit Cashmere und Quivit eines der edelsten Garne überhaupt. Die tollsten Eigenschaften für die Menschen im Himalaya Gebirge: Yak hält trocken und schön warm – wieso sollten wir also nicht auch davon profitieren?

Und nun kommen wir zu den Zahlen, Daten und Fakten:

Fasermenge & Charakteristik:

Der Ertrag pro Scherung variiert extrem: Es kann sein, dass bei einem erwachsenen Tier gerade mal 200 oder 900g gewonnen werden können. Bei den mongolischen Yaks, die extra für ihre Fasern zur Garnherstellung gezüchtet werden, liegt der Ertrag bei etwa 1,3-1,8kg.

Die ca. 3,2-5,7cm langen Fasern haben – wie vorhin bereits erwähnt – eine Feinheit von ca. 13-22 Micron. Einige Tiere, die in Nordamerika gezüchtet werden kommen auf ca. 14-16 Micron, was in der selben Liga wie das sehr feine Cashmere und Quivit spielt.

Die natürliche Fellfarbe der Yaks kann viele Variationen darbieten: Schwarz, dunkelgrau, braun, weiß, rötlich, und um einiges seltener: beige oder gülden. Ich gebe zu, am Häufigsten findet man dunkelbraune Tiere.

Um die Garne und Fasern färben zu können wird in den meisten Fällen das Garn gebleicht, um die Aufnahme der Farben deutlich zu steigern.

Und zu guter Letzt: Ich liebe Yakgarne – egal ob 100% Yak oder gemischt mit Seide – das kann kaum getoppt werden 🥰

Falls du Lust hast, dir auch ein Projekt aus Yak zu stricken, dann schau dir doch mal die „Sibaya“ an – daraus habe ich ausserdem das Tuch „Tajamar“ entworfen.

Beides findest du in unserem Shop:

ich freue mich schon auf unser nächstes FaserGeflüster – wir informieren dich sowohl auf Instagram als auch facebook über neue Beiträge – gerne kannst du uns aber auch einfach direkt hier folgen 🤓

Bis zum nächsten Mal,

deine Dorothea

Sag niemals nie!

Bis vor wenigen Wochen – nein – Tagen hatte ich mir geschworen NIE wieder zu bloggen. In meiner Jugend hatte ich das zwar regelmäßig gemacht, aber wollte im Business damit einfach nichts am Hut haben.

Und nun? Nun ist alles anders.

Während ich an der Planung für den kommenden Monat saß, krabbelte ein kleiner Gnom neben mich und flüsterte immer und immer wieder (und vor allen Dingen auch immer lauter) „Du brauchst einen Blog. Du BRAUCHST einen BLOG!!!“ in mein Ohr.

„Na gut! Ich mach es ja!“ Hörte ich jemanden laut sagen – ooops, das war ja ich 😅 Konnte das wirklich ich gewesen sein?

Tatsächlich haben sich in den letzten Tagen einige Gedanken sortiert und das Thema Blog kam mir immer wieder unter. Also revidierte ich mein „nie“ und starte ab sofort einen neuen Anlauf in die Blog-Welt.

Tauche also ein in die Welt der Pflanzenfarben, ein chaotisches Färberherz und lerne mich vielleicht auch mal ein wenig hinter den Kulissen kennen.

Eines kann ich jetzt schon verraten: Langweilig ist es bei Crenali eigentlich nie 😆