Warum 2025 leise war – und genau deshalb wichtig. Der Crenali Jahresrückblick 2025
2025 begann nicht mit einem Plan.
Nicht mit einer To-do-Liste, nicht mit Jahreszielen, nicht mit dem Gedanken: Dieses Jahr wird groß.
Es begann mit einem Baby.

BabyCrenali kam im Dezember 2024 zur Welt – und mit ihm starteten wir in ein Geschäftsjahr, das alles verändert hat. Ein Jahr, das uns gefordert, gebremst, sortiert und an vielen Stellen neu ausgerichtet hat.
Ein kleines Baby, das Autofahren maximal fünf Minuten toleriert, entscheidet nicht rational. Es schreit. Und es zeigt sehr deutlich, wo Grenzen sind. Unsere Grenzen. Die unseres Alltags. Die unseres bisherigen Systems.
Messen, Märkte, Termine – all das musste neu gedacht werden. Kai übernahm nahezu alles, was draußen sichtbar war. Ich blieb lange im Hintergrund. Zuhause. Mit Baby. Mit Gedanken. Mit dem Gefühl, dass mein Platz plötzlich woanders war.
Erst im Oktober stand ich wieder selbst an einem Stand beim Wollmarkt Vaterstetten.
Und während sich unser Alltag neu sortierte, begann etwas anderes ganz leise zu wackeln.
Abends, wenn das Haus endlich ruhig war, saß ich oft mit dem Laptop vor mir und wusste nicht einmal, womit ich anfangen sollte. Keine einzige Masche gestrickt. Kaum Präsenz. Kein Rhythmus. Crenali lief – aber irgendwie nur nebenbei.
Und genau das tat weh.
Denn wenn man etwas mit so viel Herz aufgebaut hat, fühlt sich „nebenbei“ fast wie Verrat an. Es gab mehr als einen Tag, an dem ich am liebsten alles hingeschmissen hätte. Zwischen Stillen, Schlafmangel, Terminen und besonderen Bedürfnissen der Kinder fühlte es sich manchmal an, als würde ich allem nur halb gerecht werden.
Aber wer gibt schon sein (Arbeits-)Baby auf?

Manchmal wächst etwas nur weiter,
weil man es nicht loslassen kann.
Rückblickend bin ich unglaublich stolz und dankbar, dass ich es nicht getan habe. Dass Crenali – auch dank Kais liebevollem Schubs – heute sogar weiter vorne steht als zuvor. Und ja: Wenn uns unterwegs Missgunst begegnet ist, dann weiß ich heute, dass sie oft mehr über andere sagt als über uns.
Zwischen Familie, Verantwortung und dem Wunsch, nicht zu verschwinden
2025 war kein Jahr der großen Erfolge nach außen.
Es war ein Jahr des Haltens.
Unsere Kinder brauchen viel. Zeit. Aufmerksamkeit. Struktur. Nähe. Und manches davon mehr als andere. Special Needs sind kein Zusatzpunkt im Alltag – sie sind der Rahmen, in dem alles stattfindet.
Gleichzeitig will ein Unternehmen gesehen, gepflegt und weiterentwickelt werden. Diese beiden Welten miteinander zu verbinden, war unser größter Kraftakt.
Deshalb gab es in diesem Jahr keine Stricktreffs.
Und nur wenige Kurse.
Nicht, weil wir sie nicht lieben. Sondern weil unsere Ressourcen endlich waren – und wir uns entschieden haben, ehrlich mit ihnen umzugehen.
2026 soll wieder mehr Raum für Begegnung haben. Für gemeinsames Stricken. Für Austausch. Für Kurse. Aber nicht um jeden Preis. Sondern so, dass es für alle tragbar bleibt.

Nicht alles, was leise ist,
steht still.
Warum Social Media für uns nie die ganze Wahrheit ist
Social Media lebt von Lautstärke.
Von Sichtbarkeit.
Von dem Gefühl, ständig präsent sein zu müssen. Egal ob auf Instagram oder Facebook, es ist überall gleich.
Crenali lebt von etwas anderem.
Von Zeit. Von Handarbeit. Von Prozessen, die man nicht beschleunigen kann. Von Tagen, an denen nichts vorzeigbar ist – und trotzdem viel entsteht.
Eine perfekt inszenierte Online-Welt passt nicht zu einem Alltag, der manchmal chaotisch, müde und unfertig ist. Und genau deshalb möchten wir euch nicht mit Hochglanz-Momenten abspeisen.
Wir möchten euch mitnehmen.
In die echten Zwischentöne.
In das Unfertige.
In das, was nicht immer fotogen ist – aber ehrlich.
Das bedeutet weniger Posts. Weniger Perfektion. Weniger Verkaufsdruck.
Aber mehr Nähe. Mehr Tiefe. Mehr Vertrauen.

Wir zeigen nicht alles.
Aber das, was wir zeigen, ist echt.
Kai – und das Fundament, das trägt
Es gibt Menschen, die springen ein.
Und es gibt Menschen, die übernehmen.
Ohne Kai gäbe es dieses Kapitel von Crenali nicht mehr.
Er hat nicht gefragt, ob es gerade passt. Er hat gemacht. Hat gelernt, gefärbt, verkauft, organisiert. Hat Nächte durchgearbeitet, Wochenenden geopfert, Verantwortung getragen – für das Business und für mich.
Während ich im Hintergrund versucht habe, mich selbst nicht zu verlieren, stand er vorne. Hat Entscheidungen getroffen, Dinge zusammengehalten und Crenali durch ein Jahr getragen, das uns beide gefordert hat.
Wir sind kein perfektes Paar.
Wir diskutieren. Wir zweifeln. Wir stolpern.
Aber wir halten.
Und fast immer, wenn mir alles zu viel wurde, kam dieser eine Satz. Ruhig. Klar. Unaufgeregt:
„Wir kriegen das hin.“
Nicht als Floskel.
Sondern als Versprechen.

Manche Menschen sind kein Rückenwind.
Sie sind der Boden.
Und weil das alles andere als selbstverständlich ist, gehört an diese Stelle etwas, das oft viel zu leise gesagt wird:
Kai ist mein bester Freund.
Mein Zuhörer.
Mein Rückhalt.
Der bleibt, auch wenn ich verbal mit Handgranaten um mich werfe.
Der nicht geht, wenn ich im Kreis renne, laut denke, zweifle, hadere.
Der ruhiger wird, wenn ich schneller werde – und mich einfängt, wenn ich mich selbst verliere.
Er hört zu. Wirklich.
Nicht, um zu antworten – sondern um zu verstehen.
Er trägt nicht nur mit.
Er trägt vor. Still, verlässlich, ohne große Worte.
In einem Jahr, in dem ich oft das Gefühl hatte, nicht zu reichen, war er die Konstante. Der Mensch, der nicht diskutiert hat, ob es zu viel ist. Sondern einfach gesagt hat:
„Wir kriegen das hin.“
Wir sind nicht perfekt.
Aber wir sind ein Team – privat und im Business.
Und ohne Pathos, ohne Überhöhung, ganz nüchtern gesagt:
Er ist für mich der beste Ehemann der Welt.
Wollsymphonie Vol. 4 – wenn alles wackelt und trotzdem hält
Was uns im Kleinen getragen hat, musste sich später im Großen bewähren.
Die Wollsymphonie 2025 hat uns an unsere Grenzen gebracht und darf natürlich im Jahresrückblick 2025 nicht fehlen.
Monatelange Vorbereitung.
Behörden. Anträge. Werbung. Social Media.
Nächte ohne Schlaf.
Und dann sagten sieben Helfer spontan ab.
Die Halle war deutlich kleiner als auf dem Plan.
Eine Stunde vor Aufbau musste der komplette Standplan neu gedacht werden.
Unsere Lösung: Wir verzichteten auf unseren eigenen Stand.
Zwei wundervolle Ausstellerinnen – Anja und Marjan – waren bereit, auf die Bühne zu gehen. Flexibel. Mutig. Herzlich. Dafür sind wir unendlich dankbar.
Kurz vor dem Einlass diese Stille.
Dieser Atemzug.
Und dann der Blick Richtung Eingang – die Schlange.
Da wussten wir: Es hat sich gelohnt.

Wenn alles wackelt,
zeigt sich, was trägt.
Die Wollsymphonie Vol. 4 war ein voller Erfolg. Und wir freuen uns von Herzen auf das Jubiläum der 5. Wollsymphonie im kommenden Jahr.
Was bleibt – und wie es weitergeht
Nach all dem blieb eine Erkenntnis, die wir mitnehmen.
Wir möchten nicht lauter werden.
Nicht perfekter.
Nicht glatter.
Wir möchten echter werden.
Und näher.
Wir laden euch ein – in unseren Laden, zu Stricktreffs, zu Kursen, zu Begegnungen. Lokal. Persönlich. Unaufgeregt.
Wenn ihr euch in diesen Zeilen des Jahresrückblick 2025 wiederfindet, wenn ihr euch nach Echtheit sehnt und nach einem Ort, an dem niemand perfekt sein muss, dann seid ihr bei Crenali genau richtig.
Wir sind nicht perfekt.
Wir waren es nie.
Aber wir sind echt.
Und wir bleiben.


